Wir sind nicht allein

Gott steh uns bei! Oder lieber nicht?

Es gibt Existenzminimum, existenzielle Ängste und bezweifelte Existenzen. Die Figur "Gott" ist so ein zweifelhaftes Wesen. Gläubige möchten gerne an dem Wunschtraum festhalten, dass Gott die höhere Macht ist und vollkommen über ihr Leben verfügen kann, wie er es gerade möchte. Realisten hingegen erkennen ihn nur als Hirngespinst von Menschen an, die zu viel Angst haben ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es ist immer wieder interessant wenn sich Gläubige und Atheisten unterhalten und versuchen sich gegenseitig von ihrem Standpunkt zu überzeugen. Denn Menschen die nicht an Gott glauben haben genauso viele Argumente für ihren Standpunkt wie Gläubige.

In einer Umfrage unter Kirchgängern erfragte man die Gründe für ihren Glauben an den Allmächtigen. Fast jeder Dritte nannte die Perfektion der Welt als Grund. Interessant. Die Welt ist für Gläubige also perfekt? Und was ist mit dem Säugetier, welches bei vollem Bewusstsein seinen Lebensraum in den Abgrund treibt? Nicht ganz so perfekt, oder? Auf Platz 2 landeten Erfahrungen von Gott, bzw. die Aussage: "Gott ist in uns". Als äußerst kritische Person würde ich es begrüßen, wenn man diese Erfahrungen mal spezifizieren könnte, denn mit der Aussage eines parasitären Befalls bin ich erst recht nicht einverstanden. Jeder Zehnte erklärte, dass der Glaube an Gott ermutigend, befreiend und tröstend sei. Das hört man über Drogen auch häufiger, trotzdem sollte man die nicht unbedingt konsumieren, wenn einem an der eigenen Gesundheit etwas liegt. Wenn ich wüsste dass, egal was ich mache, jemand anderes entscheiden würde, ich würde mich nicht ermutigt fühlen.

Es gibt natürlich unter Gläubigen auch Mitläufer. Im Internet werden etliche Städtereisen zum Vatikan angeboten. Immerhin wurden mehrere Jahrhunderte damit verbracht Menschen auf die Seite der Kirche zu ziehen, um sie dort auszunehmen. Gegner wurde gejagt, getötet oder verbrannt. Das hat sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt und wird deswegen weitergegeben. Fast jeder Achte erklärt, nur gläubig zu sein, weil er so erzogen wurde. Viele haben auch einfach nur das Bedürfnis an irgendwas zu glauben. Würde es einen Gott geben, wäre dies wahrscheinlich die am wenigsten schmeichelhafte Anerkennung. Man könnte doch stattdessen auch an das fliegende Spaghettimonster glauben, welches seinen Gläubigen die Maxime: "Was würde ein Pirat tun?" predigt. Im Himmel warten dann Bier und willige Partner. Man könnte es schlimmer treffen.

Gott ist überall. Auch für Ungläubige. Wie oft hört man als Atheist: "Oh mein Gott" oder "Grüß Gott". Man kann von Menschen nicht erwarten, dass sie auf Letzteres nicht mit einem sarkastischen: "Wenn ich ihn sehe" antworten. Sollte Ihnen die doppelte Verneinung zu viel sein, lesen Sie doch die Zehn Gebote. Einfache Satzstruktur, einfacher Befehlston und trotzdem haben Sie bestimmt schon die Hälfte nicht eingehalten. Aber nicht so schlimm, wenn Sie in die Hölle kommen können Sie sich immer noch daran erfreuen den Atheisten zu sagen: "Ich hab's ja schon immer gewusst!". Sollte die Hölle auch nur ansatzweise so sein wie in dem Film Little Nicky mit Adam Sandler, dann kann man mir schon mal ein Zimmer bestellen. Rockmusik und ein geisteskranker Österreicher, der jeden Tag eine Ananas in die Hintertür geschoben bekommt? Ich bin dabei!